Fahrlehrererlaubnis- Erteilung

Allgemeine Informationen

Wer Personen ausbildet, die eine Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen nach § 2 Straßenverkehrsgesetz erwerben wollen (Fahrschüler), bedarf einer Fahrlehrerlaubnis oder der Anwärterbefugnis. Die Grundfahrlehrerlaubnis wird für die Klasse BE erteilt und kann auf Antrag um die Klassen A, CE und DE erweitert werden.

Von der Fahrlehrerlaubnis darf nur zusammen mit einer Fahrschulerlaubnis oder im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses mit dem Inhaber einer Fahrschule Gebrauch gemacht werden. Von der Anwärterbefugnis darf nur unselbstständig im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses mit dem Inhaber einer Fahrschule Gebrauch gemacht werden.

Rechtsgrundlagen

  • Fahrlehrergesetz (FahrlG)
  • Durchführungsverordnung zum Fahrlehrergesetz (FahrlGDV)
  • Fahrlehrer-Ausbildungsordnung (FahrlAusbO)
  • Fahrlehrer-Prüfungsverordnung (FahrlPrüfV)

Erforderliche Unterlagen

  • schriftlicher Antrag mit Angabe der gewünschten Fahrlehrerlaubnisklasse
  • amtlicher Nachweis über Tag und Ort der Geburt (z. B. Geburtsurkunde, Personalausweis)
  • Lebenslauf
  • amtlich beglaubigte Kopie des nach dem 01.01.1999 ausgestellten Kartenführerscheins oder
    Vorlage des Kartenführerscheins im Original
  • Zeugnis oder Gutachten über die Erfüllung der von Bewerbern um eine Fahrerlaubnis der Klasse C geforderten Anforderungen an die körperliche und geistige Eignung und eine Bescheinigung oder
    ein Zeugnis über die Erfüllung der von Bewerbern um eine Fahrerlaubnis der Klasse C geforderten  Anforderungen an das Sehvermögen, die bei Antragstellung nicht älter als ein Jahr sind
    Achtung: Die Anforderungen an die körperliche und geistige Eignung können auch durch einen gültigen Führerschein der Klassen C1, C1E, CE, C, D1, D1E, DE oder D erbracht werden!
  • Nachweis über die geforderte Vorbildung
  • Bescheinigung einer amtlich anerkannten Fahrlehrerausbildungsstätte über die Dauer der Ausbildung nach § 7 FahrlG
  • dem Antrag auf Erteilung der Fahrlehrerlaubnisklasse BE zusätzlich eine Bescheinigung der Aus-  bildungsfahrschule über die Dauer der durchgeführten Ausbildung nach § 7 FahrlG.
  • Erweitertes Führungszeugnis zur Vorlage bei der Behörde nach § 30a Abs. 1 i. V. m.
  • 30 Abs. 5 Bundeszentralregistergesetz (darf bei Antragstellung nicht älter als 3 Monate sein)

Die Auskunft aus dem Fahreignungsregister erfolgt durch die Fahrerlaubnisbehörde auf Kosten des Antragstellers.

Voraussetzung

  • Mindestalter 21 Jahre
  • geistige und körperliche Eignung
  • es dürfen keine Tatsachen vorliegen, die den Antragsteller für den Fahrlehrerberuf als unzuverlässig  erscheinen lassen
  • abgeschlossene Berufsausbildung
  • Besitz der Fahrerlaubnisklasse, für die die Fahrlehrerlaubnis beantragt wird
  • Besitz der Fahrerlaubnis der Klasse B seit mindestens 3 Jahren und sofern die Fahrlehrerlaubnis der Klassen A, CE oder DE erteilt werden soll, jeweils auch 2 Jahre Besitz der Fahrerlaubnisklasse A2, CE oder D
  • Ausbildung zum Fahrlehrer innerhalb der letzten 3 Jahre
  • Nachweis der fachlichen und pädagogischen Eignung durch eine Prüfung
  • ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache

Kosten

Die Fahrlehrerprüfung wird von einem eigens eingerichteten Prüfungsausschuss abgenommen. Die Prüfgebühr zuzüglich eventuell anfallender Prüfer-Reisekosten kann hier nicht verbindlich angegeben werden.

Für die Erteilung der Anwärterbefugnis und des Fahrlehrerscheins fallen Gebühren in Höhe von 40,90 Euro an. Für Änderungen des Fahrlehrerscheins wird eine Gebühr in Höhe von 15,30 Euro erhoben.

Verfahrensablauf

  • Die Ausbildung zum Fahrlehrer erfolgt in einer amtlich anerkannten Fahrlehrerausbildungsstätte in geschlossenen Kursen und zum Erwerb der Fahrlehrerlaubnisklasse BE zusätzlich in einer  Ausbildungsfahrschule.
  • Die Dauer der Ausbildung beträgt für die Fahrlehrerlaubnisklasse BE mindestens 12 Monate (8 Monate in der Fahrlehrerausbildungsstätte und 4 Monate in der Ausbildungsfahrschule)
  • Erteilung der Anwärterbefugnis nach erfolgreich abgelegter fahrpraktischer und Fachkundeprüfung
  • 4-monatige Ausbildung in einer Ausbildungsfahrschule
  • Erteilung der Fahrlehrerlaubnis nach erfolgreich bestandener theoretischer und praktischer Lehrprobe

Fristen

Für Bewerber um die Fahrlehrerlaubnisklasse BE: 

  • 8 Monate in einer Fahrlehrerausbildungsstätte
  • 4 Monate in einer Ausbildungsfahrschule

Erweiterungen der Fahrlehrerlaubnis auf

  1. Klasse A: Ausbildung 1 Monat in einer Fahrlehrerausbildungsstätte
  2. Klassen CE oder DE: Ausbildung 2 Monate in einer Fahrlehrerausbildungsstätte (bei Vorbesitz CE oder DE 1 Monat)

Hinweise

Inhaber einer Fahrlehrerlaubnis einer Behörde oder der Bundeswehr (Dienstfahrlehrerlaubnis) können prüfungsfrei eine zivile Fahrlehrerlaubnis beantragen, wenn sie innerhalb der letzten 2 Jahre vor der Antragstellung in der Fahrschulausbildung tätig waren und keine Tatsachen vorliegen, die Zweifel an der fachlichen Eignung begründen.

Mit dem Antrag auf eine zivile Fahrlehrerlaubnis ist eine beglaubigte Kopie der Dienstfahrlehrerlaubnis oder das Original vorzulegen. Durch die Fahrerlaubnisbehörde wird auf Kosten des Antragstellers eine Auskunft aus dem Fahreignungsregister eingeholt.