Zurück zur Listenansicht

17.12.2019

45 Elektrobusse für Landkreis LUP

Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH (VLP) erhält Förderbescheid über 17 Millionen Euro aus dem Bundesumweltministerium

Elektrobus in der VLP-Betriebsstelle Hagenow (c) VLP
Disponent Thomas Busack, Werkstattmitarbeiter Dominik Lang und Betriebsrat Ronny Schlie (v. l.) laden einen Elektrobus in der VLP-Betriebsstelle Hagenow. © VLP

Große Freude bei der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH (VLP) über ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Das kommunale Busunternehmen des Landkreises hat einen Förderbescheid in Höhe von 17 Millionen Euro zur Beschaffung von 45 Elektrobussen aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) erhalten. Voraussichtlich Mitte 2021 können die ersten Elektrobusse in Betrieb genommen werden.

Landrat Stefan Sternberg, der heute (17.12.2019) den Kreistag in Parchim informierte, bewertet den Zuschlag als herausragend und als wirksamer Beitrag zum Klimaschutz. „In dem vom Kreistag beschlossenen Kreisentwicklungskonzept KEK ist Klimaschutz als wesentliches Ziel formuliert“, so Sternberg. „Besonders durch Förderung der Elektromobilität wollen wir bis zum Jahr 2030 den Ausstoß an CO2 im Landkreis um 55 Prozent zu reduzieren.“

Das BMU hatte im März dieses Jahres ein Fördervolumen von insgesamt 180 Millionen Euro für die Beschaffung von Elektrobussen ausgeschrieben. VLP und Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) hatten eine gemeinsame Projektskizze über die Beschaffung von insgesamt 47 Elektrobussen eingereicht. Am Ende des Verfahrens steht nun fest: Das Projekt von VLP und RSAG ist eines von 8 geförderten Vorhaben bundesweit. Das BMU fördert 80 Prozent der Beschaffungsmehrkosten gegenüber Dieselbussen und trägt 40 Prozent der Kosten für Ladeinfrastruktur, Werkstatteinrichtungen und Schulungen der Mitarbeiter.

Wodurch das VLP-Vorhaben überzeugte, beschreibt VLP-Geschäftsführer Stefan Lösel: M-V konnte als erstes Bundesland seinen Stromverbrauch komplett aus erneuerbarer Energie decken. Vor diesem Hintergrund soll die Elektrifizierung der VLP-Busflotte zur lokalen Kopplung der Sektoren Energiewirtschaft und Verkehr dienen. Besondere Chancen ergeben sich aus der Entwicklung eines Ladebedarfs- und Lastmanagements einschließlich wetterdatenbasierter Prognose der Grünstromerzeugung sowie aus Geschäftsmodellen für lokale Systemdienstleistungen zwischen VLP, WEMAG und den örtlichen Stadtwerken.

Die überwiegende Anzahl der Linienverkehre der VLP ist nachfrageorientiert ausgestaltet. Der Fahrzeugeinsatz orientiert sich an den Schulanfangs- und -endzeiten und weist an Schultagen eine typische Tagesganglinie auf. Die VLP-Linienverkehre weisen eine kurze Schicht am Morgen, eine längere Schicht am Nachmittag und Dienstunterbrechungen am späteren Vormittag von durchschnittlich 3,5 Stunden auf. Die VLP-Elektrobusse sollen in dieser Dienstunterbrechung und nachts im Depot nachgeladen werden. Der zur Ladung notwendige Strom soll aus regenerativer Energieerzeugung stammen. Damit werden die Treibhausgasemissionen im Betrieb der Busse auf null und die Luftschadstoff- und Lärmemissionen signifikant reduziert.

Die VLP wird 45 batterieelektrisch betriebene 12-Meter-Standardniederflurlinienbusse beschaffen. Die Lieferung soll zu je 15 Stück im Juni 2021, Dezember 2021 und Dezember 2022 erfolgen. Zusätzlich sollen in 12 Betriebsstellen der VLP insgesamt 49 Ladesäulen installiert werden. Die vier VLP-Buswerkstätten sollen mit Dacharbeitsständen ausgestattet werden, da die Batterien der Busse auf den Fahrzeugdächern installiert sein und dort regelmäßig gewartet werden.

Bis die ersten Elektrobusse durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim rollen, kommt auf die VLP-Mitarbeiter viel Arbeit zu. Zunächst sind Ausschreibungen für die Fahrzeuge und die Lade- und Werkstatttechnik vorzubereiten und durchzuführen. Geplant ist, dass im Jahr 2020 im Rahmen des Vergabeverfahrens einzelne Elektrobusse ausgiebig getestet werden, bevor der Zuschlag erteilt wird. In den kommenden Monaten sollen auch die Netzanschlüsse der Betriebsstellen hergestellt werden, damit die Ladeinfrastruktur mit Strom versorgt werden kann. Mitte 2021 ist es dann voraussichtlich soweit, dass die ersten VLP-Elektrobusse den Betrieb aufnehmen werden.

Die VLP betreibt den öffentlichen Personennahverkehr mit Omnibussen im Landkreis Ludwigslust-Parchim sowie im Amt Neuhaus des Landkreises Lüneburg. Rund 200 eigene und 20 angemietete Omnibusse sowie 40 Pkw und Sonderfahrzeuge verkehren auf zurzeit 172 VLP-Linien. Insgesamt verfügt das kommunale Unternehmen über 13 Betriebs- und Außenstellen, darunter sechs regionale Fahrdienstleitungen, vier Kfz-Werkstätten und eine Fahrschule.

Das Bediengebiet der VLP ist ca. 5.000 Quadratkilometer groß. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist der zweitgrößte Landkreis Deutschlands, weist aber mit einer durchschnittlichen Besiedlungsdichte von 45 Einwohnern je Quadratkilometer die geringste Besiedlungsdichte im Land Mecklenburg-Vorpommern und eine der niedrigsten auf der Bundesebene auf. Die VLP hat sich zum Ziel gesetzt, den Umständen zum Trotz eine echte Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu bieten. So betreibt die VLP ein innovatives Verkehrskonzept unter Einbeziehung flexibler Bedienformen und kann so umweltverträglich, wirtschaftlich tragfähig und kundenorientiert über 37 Millionen Fahrplankilometer pro Jahr realisieren.